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Trotz kühler Witterung erwärmt sich der Arbeitsmarkt

Region. Im April liegt die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven um 2,7 Prozent oder 732 Personen unter der des Vormonats. 26.536 Frauen und Männer waren bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur und der Jobcenter arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen liegt somit um 1,0 Prozent oder 257 Personen unter der des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt im April 6,6 Prozent, im Vorjahr lag die Quote bei 6,7 Prozent. „Im Tourismus und in den Außenberufen, aber auch in der Produktion haben Unternehmen im April verstärkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. „Trotz der kühlen Witterung konnte im April in den Garten- und Bauberufen gearbeitet werden.


Die Beschäftigten, die über den Winter arbeitslos geworden waren, sind größtenteils von ihren bisherigen Arbeitgebern wieder eingestellt worden. Insgesamt ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Oldenburger Land auch im April stabil.“ Die Arbeitgeber der Region haben im April 1.782 offene Stellen neu gemeldet. Der Stellenbestand ist im Gesundheits- und Sozialwesen mit 768 zu besetzenden Stellen weiterhin sehr hoch. Im Baugewerbe lag der Bestand offener Stellen im April mit 513 weiter auf hohem Niveau. 376 Stellen sind im Gastgewerbe offen. Im Verarbeitenden Gewerbe gibt es 338 offene Stellen im Bestand, und im Einzelhandel waren es 289. Im Bereich Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau ist in diesem Jahr ein deutliches Stellenplus zu verzeichnen; aktuell sind bei der Arbeitsagentur 147 offene Stellen gemeldet.

Entwicklung nach Geschäftsstellenbezirken
Erneut lagen beim Rückgang der Arbeitslosigkeit die Geschäftsstellen Jever und Bad Zwischenahn vorn, in beiden ist der Arbeitsmarkt stark von saisonalen Faktoren geprägt. In Jever war die Zahl der Arbeitslosen um 16,4 Prozent oder 244 Personen niedriger als im Vormonat, in Bad Zwischenahn um 6,8 Prozent (201 Personen).
Auch in der Geschäftsstelle Wildeshausen ging die Zahl der Arbeitslosen deutlich zurück, und zwar um 5,5 Prozent (69 Personen). Um 3,9 Prozent (51 Personen) niedriger lag die Arbeitslosenzahl in der Geschäftsstelle Varel.
In fünf der neun Geschäftsstellen fiel die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen schwächer aus als im Agenturschnitt, so auch in Wilhelmshaven. Dort war die Zahl der Arbeitslosen im April um 2,1 Prozent oder 96 Personen niedriger als im Vormonat. In der Geschäftsstelle Delmenhorst betrug das Minus zum Vormonat 1,8 Prozent, 90 Personen weniger waren arbeitslos gemeldet. Um 0,5 Prozent (9 Personen) ging die Arbeitslosenzahl in der Geschäftsstelle Brake zurück.
Einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es im April in der Geschäftsstelle Oldenburg, hier waren 0,3 Prozent oder 19 Personen mehr arbeitslos als im März. In der Geschäftsstelle Nordenham betrug der Anstieg 0,6 Prozent (9 Personen).


Entwicklung nach Rechtskreisen
Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) waren im Berichtsmonat 8.578 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind 758 Personen oder 8,1 Prozent weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier die Arbeitslosigkeit um 1.220 Personen bzw. 16,6 Prozent angestiegen.
Die Jobcenter betreuen Menschen in der steuerfinanzierten Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (Auszahlung von Arbeitslosengeld II). In den sieben Jobcentern des Agenturbezirks ist die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 26 oder 0,1 Prozent auf 17.958 Personen gestiegen. Hier waren 1.477 Personen bzw. 7,6 Prozent weniger arbeitslos als im April des Vorjahres.


Entwicklung nach Personengruppen
Die Arbeitslosigkeit ging bei den Männern mit 3,3 Prozent stärker zurück als bei den Frauen (-2,0 Prozent). Das ist darauf zurückzuführen, dass Männer in den Außenberufen, in denen im Frühjahr viele Kräfte eingestellt wurden, stärker vertreten sind.
In der Altersgruppe ab 50 Jahre ist die Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 3,4 Prozent zum Vormonat überdurchschnittlich gesunken. Der Hintergrund dürfte sein, dass viele Arbeitgeber ihre erfahrenen Kräfte wieder einstellten. Bei den Jüngeren (unter 25 Jahre) ist die Arbeitslosigkeit mit 1,7 Prozent weniger stark rückläufig.
Bei den arbeitslos gemeldeten Frauen und Männern mit ausländischer Staatsbürgerschaft ist die Zahl um 0,4 Prozent oder 25 Personen gesunken. Bewährte Mitarbeiter mit ausländischer Staatsbürgerschaft wurden wieder eingestellt. Zugleich stieg jedoch die Zahl arbeitslos gemeldeter geflüchteter Personen um 148 zum Vormonat, sodass der Rückgang insgesamt unterdurchschnittlich ausfiel.

Arbeitslosigkeit von Geflüchteten
Im April waren 2.502 Geflüchtete im Agenturbezirk bei den Jobcentern bzw. der Arbeitsagentur als arbeitslos gemeldet. Das sind 9,4 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk.
Weitere 3.437 waren nicht arbeitslos gemeldet, sondern wurden als arbeitssuchend geführt: Sie befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen bzw. Arbeitsgelegenheiten oder waren mit geringer Stundenzahl erwerbstätig und suchten zugleich eine Stelle. Geflüchtete machten im April 12,7 Prozent der Arbeitsuchenden aus.


Offene Stellen
Im April meldeten die Arbeitgeber im Agenturbezirk 1.782 freie Stellen neu zur Besetzung, das sind 144 oder 7,5 Prozent weniger als im Vormonat und 167 oder 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Betrachtet man die Monate Januar bis April, liegt die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen mit 7.023 um 182 oder 2,7 Prozent über dem Vorjahreswert.
Aktuell sind 6.251 offene Stellen im Bestand, das sind 290 oder 4,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.


Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl werden die Angaben zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die Arbeitslosen sowie zusätzlich Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, zum Beispiel Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Fortbildungsmaßnahmen2 und in Integrationskursen.
Die Unterbeschäftigung umfasste im April nach vorläufigen Angaben 37.241 Frauen und Männer. Das sind 884 Personen oder 2,3 Prozent weniger als im Vormonat und 2.123 bzw. 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 9,2 Prozent, vor einem Jahr betrug die Quote 8,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosen an allen Unterbeschäftigten macht zurzeit 71,3 Prozent aus; im April 2016 lag er bei 76,3 Prozent.


Ausbildungsmarkt
Seit Oktober 2016 hat der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven 4.618 Ausbildungsstellen bei den Arbeitgebern der Region eingeworben. Das sind 6,7 Prozent oder 361 Stellen weniger als im Vorjahr. Nahezu 2.800 Stellen sind bislang unbesetzt und bieten Möglichkeiten für Ausbildungsplatzsuchende.
Die Zahl der jungen Leute, die sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz von der Berufsberatung unterstützen lassen, ist erneut gestiegen: Ende April waren es 5.809, die sich sich seit Oktober als Bewerberinnen und Bewerber registrieren lassen hatten. Das sind 357 oder 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zurzeit suchen noch 3.255 Jugendliche und junge Erwachsene nach einer Ausbildungsstelle für den Herbst, darunter 625 Bewerber (+10,8 Prozent) mit ausländischem Pass.


Unter den ausländischen Ausbildungsplatzsuchende sind etliche junge Leute mit Fluchthintergrund. 300 der ausländischen Bewerberinnen und Bewerber sind jünger als 20 Jahre. Überdurchschnittlich ist der Anteil der Bewerber, die 25 Jahre und älter sind: Aus dieser Altersgruppe möchten 85 junge Frauen und Männer mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine Berufsausbildung absolvieren.
„Eine gute Ausbildung ist das wichtigste Fundament für den langfristigen Erfolg, das gilt für junge Menschen und ihr Berufsleben, aber auch für Unternehmen“, sagt Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. „Unser Anliegen ist es, Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen, damit Ausbildung gelingt und die Betriebe qualifizierte Fachleute entwickeln können. Wir unterstützen junge Menschen bei der Wahl des richtigen Berufs und helfen beim Bewerbungsprozess, wenn es nötig wird. Wir flankieren auch mit Nachhilfe und stärken sie beim Übergang ins Berufsleben. Ich lade Jugendliche ein, die Angebote der Berufsberatung zu nutzen. Auch an die Betriebe appelliere ich, die Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die wir ihnen und ihren Auszubildenden rund um die Berufsausbildung bieten können.“


Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz oder noch Orientierung bei der Suche nach dem richtigen Beruf brauchen, bekommen bei der Berufsberatung in einem persönlichen Gespräch die passende Unterstützung. Unter der Rufnummer 0800 4 5555 00 können sie einen Gesprächstermin vereinbaren.


Für Eilige gibt es donnerstags zwischen 14 und 18 Uhr ohne Termin und Anmeldung die offene Sprechstunde der Berufsberatung im Berufsinformationszentrum (BiZ) Oldenburg.
Ihre offenen Ausbildungsstellen können Arbeitgeber unter der kostenlosen Rufnummer 0800 4 5555 20 bei Gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern melden.

Jade-Weser-Zeitung.de

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