Idai verwüstet südliches Afrika

afrikaMosambik. Es sind beunruhigende Nachrichten, die in diesen Tagen in der Afrika-Abteilung von MISEREOR in Aachen eingehen. Seit vor einer Woche Zyklon Idai über Mosambik, Malawi und Simbabwe hinweggefegt ist und Überschwemmungen ganze Landstriche unter Wasser gesetzt und verwüstet haben, melden sich immer mehr Projektpartner von MISEREOR aus den betroffenen Gebieten. Sie schildern die Situation und bitten dringend um Unterstützung.

Die Nachrichten sind sachlich und doch oder gerade deshalb wird in ihnen das ganze Ausmaß der Tragödie fassbar. "90 bis 100 Prozent der Gebäude zerstört, 80 Prozent der Ernten, kein Strom, kein Internet, kaputte Straßen und Brücken, Choleragefahr" schreibt zum Beispiel Projektpartner Caritas aus Beira - jener Hafenstadt in Mosambik, in der "Idai" mit tödlicher Wucht das erste Mal auf Land traf. Und die Diözese Mutare, MISEREOR-Projektpartner aus Simbabwe, schreibt unter der Überschrift "Genereller Überblick über die Situation" unter anderem: "Die meisten Brücken in den betroffenen Gebieten wurden weggeschwemmt von den Fluten, was es sehr schwer macht, die Menschen zu erreichen." Und an anderer Stelle: "Momentan sitzen die Menschen ohne Hilfe in den Bergen fest oder in gefährlichen Gebieten, ohne Nahrung, Medikamente und Schutz."

Nun müssen in Aachen die Möglichkeiten geprüft werden, wie schnell geholfen werden kann. Ist ein zügiger Geldtransfer möglich? Kann jemand hinreisen, um mit den Partnern zu klären, wie wir in dieser schwierigen Situation am besten helfen können? Schnell wird klar: Neben Mitteln aus laufenden Projekten können fürs erste 50.000 Euro aus einem Soforthilfefond bereitgestellt werden. Und eine Beraterin, die die Partner schon lange kennt, reist im Auftrag von MISEREOR am Sonntag für zwei Wochen zu den Partnern nach Mosambik.

Die ersten wichtigen Schritte sind getan. Es müssen jedoch noch viele weitere folgen. "Was für die Menschen in Mosambik, aber auch in Simbabwe und Malawi besonders schwer wiegt, ist, dass ein Großteil der Felder und der eingelagerten Ernten zerstört sind und damit ihre Ernährungssicherheit und Einkommensgrundlage", beschreibt Peter Meiwald, Afrika-Abteilungsleiter bei MISEREOR die bedrohliche Situation. Neben der Soforthilfe werde es also einen immensen Bedarf an Wiederaufbauhilfe und Saatgut geben. Zumal alle drei Länder ohnehin schon seit Jahren unter Dürren leiden. "Malawi, Simbabwe und Mosambik zählen zu den ärmsten Ländern der Welt", erklärt Meiwald. "Sie leiden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels, obwohl sie selbst nur wenig zur Entstehung beigetragen haben." Wichtig sei deshalb, dass solche Maßnahmen unterstützt oder in Gang gesetzt werden, die die Widerstandskraft der Menschen stärken, damit sie gegen künftige Katastrophen besser gewappnet sind. "Hier kann man viel tun", sagt Peter Meiwald. Philippinische Projektpartner zum Beispiel haben traditionelles Saatgut so weiterentwickelt, dass die Pflanzen Überflutungen durch Meerwasser standhalten.

Mittlerweile kommen die ersten Meldungen an, wofür die Partner die Hilfsgelder verwenden wollen. Und es gibt auch schon einen Ausblick, was der nächste Schritt sein muss: "Die Zukunft wird bestimmt sein von Unterstützung, die das breite Feld von psychosozialer Hilfe, Wasser, Sanitär und Hygiene, Wiederaufbau der Landwirtschaft, der Infrastruktur und der gesamten Lebensgrundlage umfasst", heißt es aus Simbabwe.

Wenn Sie die Hilfe für die Menschen im südlichen Afrika unterstützen möchten:

MISEREOR Spendenkonto
DE75 3706 0193 0000 1010 10
Stichwort: Zyklon