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Krebsgefahr durch Glyphosat

Oldenburg. „Die Bundesregierung muss das Unkrautvernichtungs-mittel Glyphosat endlich verbieten“, fordert der umweltpolitische Sprecher von Bündnis 90/Die GRÜNEN, Peter Meiwald. Die Welt-gesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen“ eingestuft. Angesichts des einsetzen-den Frühlings und der damit verbundenen Arbeit auf den Feldern und in den privaten Gärten empfindet der heimische Bundestagsabgeord-nete diese Neubewertung der WHO als sehr alarmierend: „Das muss endlich Konsequenzen haben. Das allgegenwärtige Allzweck-Ackergift ist eben nicht harmlos. Die WHO widerspricht der bisherigen Ein-schätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR).


718.000 Tonnen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat sind von dem global agierenden Agrarkonzern Monsanto weltweit 2012 verkauft worden laut Transparency Market Research, einem Marktforschungsunternehmen. Monsanto machte damit einen Umsatz von zwei Milliarden US-Dollar. Das Bundesumweltamt geht davon aus, dass davon in Deutschland mehr als 6.000 Tonnen ausgebracht worden sind.


Im Sinne der Verbraucher_innen muss gehandelt werden, sagt der Westersteder Meiwald: „An der Neubewertung kann und darf sich die Bundesregierung nicht vorbeimogeln. Sie muss die Glyphosat-Zulas-sung jetzt umgehend aussetzen und die Risiken gründlich untersu-chen. Es darf keine Neuzulassung von Glyphosat geben, solange Gesundheitsgefahren nicht umfassend durch neue industrieunab-hängige Studien geklärt und ausgeschlossen wurden. Gerade die Folgen der Glyphosatbelastung von Nahrungsmitteln sind immer noch zu wenig untersucht, obwohl Studien das Gift selbst im Urin von Großstädtern nachgewiesen haben.“


Glyphosat wird kurz beim Anbau von Getreide, Mais oder Rüben angewendet, auf Grünflächen und in privaten Gärten, um sogenannte Unkräuter zu töten. Es gibt sogar Pflanzen, die extra für einen massiven Glyphosateinsatz entwickelt worden sind. Sie hätten auf unseren Äckern nichts zu suchen, unabhängig davon, ob sie gen-technisch verändert oder konventionell gezüchtet wurden.

Bis eine staatliche Neuregelung greift, bittet Meiwald Privatgärtner wie auch Landwirte inständig, freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten.


Die Stadt Oldenburg setzt laut Auskunft des Fachdienstes Stadtgrün-pflege weder Glyphosat noch andere Herbizide ein. „Das begrüße ich ausdrücklich“, erklärt Meiwald. Viel zu lange schon verharmlosten Pestizidlobby, Bundesregierung und ihre Behörden die Glyphosat-Gefahren: „Sie reden die wachsende Zahl warnender Studien klein und ignorieren gravierende Mängel im Zulassungsverfahren. Wenn sie jetzt nicht aktiv wird, setzt die Bundesregierung vorsätzlich unsere Gesundheit aufs Spiel. Die zuständigen Behörden, allen voran das BfR, müssen ihre offensichtlich unzulänglichen Risikobewertungen überar-beiten. Das laufende EU-weite Neuzulassungsverfahren für Glyphosat muss von Grund auf neu aufgerollt werden. Die Bundesregierung trägt hier derzeit schließlich sogar Verantwortung für die ganze EU“.

Jade-Weser-Zeitung.de

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