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Oldenburger Meereswissenschaften koordinieren neuen Forschungsverbund

Oldenburg. Spitze in den Meereswissenschaften: Der von der Universität Oldenburg koordinierte Forschungsverbund "Marine Biodiversität – Analyse über zeitliche und räumliche Skalen (MarBAS)" war bei der Ausschreibung "Spitzenforschung in Niedersachsen" des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung erfolgreich. Beantragt ist eine Fördersumme in Höhe von rund 785.000 Euro.


Der Verbund MarBAS in Kooperation mit der Universität Bremen stellt eine Säule der künftigen "Nordwestallianz Meeresforschung und Meerestechnologie" dar. Diese Allianz soll beim Nachfolgeprogramm der Exzellenzinitiative für die breite marine Forschung im Nordwesten ins Rennen gehen. Koordinator von MarBAS ist Prof. Dr. Helmut Hillebrand vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Neben der international ausgewiesenen Forschung des ICBM wird auch die Expertise des Oldenburger Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) in die gemeinsame Forschung einfließen.


"Die Forschungsthemen der Meereswissenschaften sind in Zeiten des Klimawandels wissenschaftlich drängend und gesellschaftlich höchst relevant", sagte der Präsident der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. "Umso mehr freuen wir uns über diese gute Startposition für einen möglichen künftigen Exzellenzcluster im Nordwesten."


Inhaltlich plant der Forschungsverbund MarBAS Analysen auf verschiedenen Ebenen – vom Molekül bis hin zum Ökosystem – und zwar über zeitliche und räumliche Skalen. Ein Thema ist etwa die Geschwindigkeit, in der sich die Artenvielfalt im Meer verändert, und ihre Folgen. "Dabei wollen wir Datensätze erstmals über eine Zeitspanne von 30.000 Jahren analysieren, in einem Fall sogar mehrere Millionen Jahre", sagt Hillebrand.


Weitere Projekte im Forschungsverbund beziehen sich auf die Anpassungsfähigkeit wirbelloser Meeresbewohner sowie auf von Algen und Plankton produzierte Zuckerprodukte, die das
Meer zu einem großen, klimarelevanten Kohlenstoffspeicher machen. Auch die ungemein artenreichen, aber zunehmend gefährdeten Korallenriffe werden die ForscherInnen in den Blick nehmen und analysieren, warum dort anstelle der Korallen verstärkt Schwämme und Algen an Boden gewinnen.


Flankierend zum Forschungsverbund MarBAS fördert die Universität Oldenburg zwei Postdoktorandenstellen aus Eigenmitteln, um zum einen eine Studie zur Chemie der Tiefsee und ihrer Bedeutung für das dortige mikrobielle Leben zu ermöglichen, zum anderen ein Projekt zu Forschungsorientiertem Lernen und neuen Lehrkonzepten für die Meereswissenschaften im Nordwesten. Ein integriertes Nachwuchskonzept für die künftige Nordwestallianz soll es Studierenden noch weiter vereinfachen, Lehrveranstaltungen auch an anderen Partnereinrichtungen zu besuchen. Ziel ist zudem ein Kursprogramm Meereswissenschaften, das mit einem eigenen Zertifikat abschließen und zugleich Studieninteressierten aus Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zu Masterprogrammen ermöglichen soll.


Zu der angestrebten "Nordwestallianz Meeresforschung und Meerestechnologie" gehören neben den Universitäten Oldenburg und Bremen als außeruniversitäre Kooperationspartner das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, die Forschungsstelle Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven, das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und das Leibniz-Zentrum für Maritime Tropenökologie (ZMT) in Bremen.


Über die Ausschreibung "Spitzenforschung in Niedersachsen" geben MWK und VolkswagenStiftung landesweit zunächst sechs Forschungsverbünden die Chance, sich frühzeitig auf die kommende Bund-Länder-Initiative vorzubereiten. Wie das Nachfolgeprogramm für die international beachtete Exzellenzinitiative aussehen wird, verhandeln Bund und Länder gegenwärtig noch.

Jade-Weser-Zeitung.de

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