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Präventiver Winterdienst: Glättebekämpfung mit Feuchtsalz und Flüssigstreuung

streuwagenRegion. Das Netz der deutschen Autobahnen umfasst rund 13.000 Kilometer Straße. Rund um die Uhr werden sie sicher befahrbar gehalten. Im Winter wird dies zur Herkulesaufgabe für die Verantwortlichen. Der Winterdienst kann aber schon vorbeugend eingreifen und die zu erwartende Straßenglätte gar nicht erst entstehen lassen. In den letzten 15 Jahren hat sich der präventive Winterdienst gerade auf Autobahnen durchgesetzt.

Flüssigstreuen reduziert Bedarf an Auftausalz

Winterdienstexperten haben neben dem bekannten Feuchtsalz-Verfahren das sogenannte Flüssigstreuen - also das Ausbringen reiner Salzlösung - als zusätzliche Strategie entwickelt, um den Winterdienst weiter zu verbessern. Beim Flüssigstreuen können geringe Salzmengen bei hohen Streugeschwindigkeiten ausgebracht werden. Dieses Verfahren orientiert sich an der Technik von Taumittelsprühanlagen. Untersuchungen zeigen, dass sich der Einsatz von Sole beim vorbeugenden Winterdienst vor allem für schnell befahrene Straßen eignet. Die neu entwickelten Geräte gewährleisten eine gute und gleichmäßige Benetzung der Fahrbahn - auch bei Geschwindigkeiten der Winterdienstfahrzeuge von mehr als 60 km/h. Auf Autobahnen kann dies zu einer Reduzierung von rund 20 Prozent des Gesamtbedarfs an Auftausalz führen.

Feuchtsalz bleibt unverzichtbar

Der bewährten Feuchtsalzstreuung wird mit der Flüssigstreuung eine ergänzende Technik zur Seite gestellt. Sie kennt allerdings auch Grenzen: Nur bis minus sechs Grad und vorbeugend gegen sehr dünne Glätteschichten, die bei Reif und überfrierender Feuchte entstehen können, kann sie wirkungsvoll eingesetzt werden. "Feuchtsalz bleibt daher im Einsatz bei schon vorhandener Straßenglätte sowie bei vorbeugender Streuung bei deutlich niedrigeren Temperaturen die erste Wahl in der Winterdiensttechnik", so Salzexperte Dr. Franz Götzfried von Salt Research & Consulting. Feuchtsalz verhindert eine Verwehung bei der Ausbringung, ermöglicht größere Streubreiten, haftet auf reif- und eisglatter Fahrbahn besser als Trockensalz, setzt außerdem den Auftauprozess schneller in Gang und hält die Straßen länger eisfrei.

Winterdienst erhöht Verkehrssicherheit

Der Winterdienst mit Auftausalz lässt mit Blick auf die Landstraßen die Unfallrate im Vergleich zum Wert vor der Streuung um 80 bis 85 Prozent sinken. Die Auswertung von Unfalldaten zeigt, dass sich Glätteunfälle in einem relativ kurzen Zeitraum, vor allem vor dem Winterdiensteinsatz, ereignen. Innerhalb der ersten Stunde nach dem Einsatz werden rund 5.000 Unfälle mit Verletzten verhindert - hochgerechnet auf alle deutschen Landstraßen. Je schneller der Winterdienst mit Auftausalz zum Einsatz kommt, umso mehr Glätteunfälle können verhindert werden.

Jade-Weser-Zeitung.de

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