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Ehemalige First Lady in der Hauptstadt

hillary clintonBerlin. Als ehemalige First Lady hat sich Hillary Clinton in der Politik längst einen Namen gemacht: Vier Jahre war sie als US-Außenministerin tätig. Zuletzt kandidierte sie vergeblich für die US-Präsidentschaft. Obwohl der Wahlsieg als gesichert galt, verlor sie gegen ihren Rivalen Donald Trump. Nun wurde die 72-Jährige auf der diesjährigen Berlinale im Haus der Berliner Festspiele mit anhaltendem Applaus gefeiert. Die Ex-US-Außenministerin war eigens zur Vorstellung der vierteiligen Dokuserie „Hillary“ über ihr Leben nach Berlin gekommen. Darin erzählt Clinton aus ihrem Leben „voller Höhen und Tiefen“. Vor dem Premierenpublikum sagte sie, sie habe damit einen vollständigen Blick auf ihre Person geben wollen. Die viereinhalbstündige Dokuserie verbindet Aufnahmen hinter den Kulissen während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 mit Interviews von Freunden und politischen Weggefährten Clintons. Zu Wort kommt auch ihr Ehemann, Ex-US-Präsident Bill Clinton, der unter anderem über die Affäre mit der Praktikantin Monika Lewinsky spricht.

„Ich konnte schlecht nur über die positiven Seiten sprechen“, sagte Hillary über ihre Gespräche mit der Filmemacherin Nanette Burstein. „Das wäre lächerlich gewesen.“ Sie habe eben ein Leben voller Höhen und Tiefen, Erfolgen und Enttäuschungen gelebt – „wie jeder von uns.“ Sie sei sich immer bewusst gewesen, dass sie polarisiere, so die ehemalige First Lady. „Akzeptiert wurde ich vor allem, wenn ich für andere im Dienst war.“ Als Clinton aber selbstständig politisch aktiv geworden sei, etwa als Senatorin oder Präsidentschaftskandidatin, sei sie immer wieder mit Stereotypen angefeindet worden. Es sei höchste Zeit, gegen solche - vor allem gegen Frauen gerichteten - Vorurteile anzugehen. Eine Journalistin des Magazins „Variety“ fragte nach Spenden des gerade vor Gericht stehenden Filmproduzenten Harvey Weinstein für Clintons Wahlkampf. Clinton leugnet die Spenden nicht. „Er hat jede demokratische Kampagne unterstützt“, antwortet sie offen.  Karrieretechnisch scheint Clinton noch nicht am Ende zu sein. „Ich denke noch nicht daran, was mein Erbe ist“, antwortete sie auf die Frage einer Reporterin. Sie schaue nach vorne. Es gebe noch viel zu tun. Nicht alle Berliner empfinden die Politikerin freundlich: Hinter den Absperrungen standen Protestanten, die sie lautstark als „Killary“ beschimpften und ihr vorwarfen, Obama 2011 zum Krieg in Libyen gedrängt zu haben und für Zehntausende Tote verantwortlich zu sein.

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