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Osterfeuer - alles, was man dazu wissen muss

osterfeuerJever/Friesland. Grundsätzlich ist das Abbrennen von Gartenabfällen in Niedersachsen seit 2014 verboten. Unabhängig davon können Osterfeuer als sogenannte Brauchtumsfeuer ausgerichtet werden, die anzumelden und im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung für jedermann zugänglich sind. Beim Abbrennen gilt es zudem umweltrechtliche Aspekte zu beachten. Folgend dazu Hinweise der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland:

Anmeldung der Osterfeuer 2020

Osterfeuer als öffentlich zugängliche Veranstaltungen zur Brauchtumspflege sind in diesem Jahr bis zum 1. März 2020 bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde anzumelden. Diese frühzeitige Anmeldung vor Ostern ist erforderlich, damit die angemeldeten Osterfeuer angemessen auf die Einhaltung der (folgenden) rechtlichen Belange geprüft werden und die Verantwortlichen mögliche, noch erforderliche Maßnahmen umsetzen können.

Brauchtumspflege

Brauchtumspflege beinhaltet Bräuche, wie das Entzünden eines Feuers zu Ostern, das für viele Menschen Teil eines gefeierten Osterfestes ist. In Friesland findet das Osterfeuer traditionsgemäß am Ostersamstag mit Beginn der Abenddämmerung statt. Entscheidend ist, dass die Veranstaltung öffentlich, also für jeden zugänglich ist, wie dies unter anderem bei Osterfeuern von ortsansässigen Vereinen, Organisationen und Kirchen der Fall ist. Die Feier eines (religiösen) Festes in großer Gemeinschaft steht somit im Vordergrund und nicht die Beseitigung von Strauchgut und Gartenabfällen.

Abfallrecht

Osterfeuer sind Brauchtum. Dieses Brauchtum darf nicht ausgenutzt werden, um Garten-, Schnitt- oder sonstige Abfälle illegal zu entsorgen. Das bedeutet, dass jedes Osterfeuer bei der zuständigen Stadt oder Gemeinde vorab anzuzeigen ist und für jedermann öffentlich zugänglich sein muss.

Artenschutz

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, ohne vernünftigen Grund zu verletzen oder zu töten sowie deren Lebensstätten zu beeinträchtigen oder zu zerstören – gleiches gilt auch für wild lebende Pflanzen.

Auch in diesem Jahr findet Ostern wieder sehr spät statt – Ostersonntag ist am 12. April. Insbesondere wenn die aktuell warme Witterung fortbesteht ist somit davon auszugehen, dass die Brutzeit Mitte April bereits voll eingesetzt hat. Das Abbrennen eines Feuers an Ostern kann daher für brütende Vögel, aber auch für Hase, Igel und andere Tiere lebensbedrohlich sein. Um die Tötung wild lebender Tiere zu verhindern, sind folgende Vorgaben zu beachten:

§ Das Brennmaterial ist frühestens 14 Tage vor dem Abbrennen am Brennort abzulagern. Hintergrund: Je früher das Material abgelagert wird, desto länger wird es an Ort und Stelle gelagert sein und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich wild lebende Tiere in dem Material einquartieren. Für viele Tiere, darunter auch Insekten und Amphibien, stellt das abgelagerte Totholz Rückzugsmöglichkeit oder Lebensraum dar.

§ Das Brennmaterial ist breitflächig in einer maximalen Höhe von 80 cm abzulagern. Im Frühjahr beginnen die Vögel mit dem Nestbau. Ein hoch aufgeschichteter Haufen Totholz ist für die Tiere ein idealer Standort für den Bau dieser Lebensstätten. Denn in der Höhe können Zaunkönig, Rotkehlchen und weitere Vogelarten ihren Nachwuchs großziehen. Bei sehr niedrig aufgeschichtetem Material ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sich Vögel in das Osterfeuer einnisten. Zu beachten ist: Sobald ein Vogel sein Nest im Totholzhaufen baut, darf der Haufen auf keinen Fall abgebrannt werden.

§ Am Tag des Abbrennens ist das Material umzuschichten. Erst jetzt darf es hoch aufgeschichtet werden. Von vielen Menschen umringt, wagen es Tiere, trotz Feuer, häufig nicht zu fliehen und kämen zu Schaden. Durch das Umschichten wird Tieren wie Igel, Hase oder Wiesel, die im Haufen Quartier bezogen haben, die Gelegenheit zur Flucht gegeben. Im Anschluss darf das Material in Vorbereitung für das Feuer hoch aufgeschichtet werden. Diese Vorgehensweise trägt dazu bei, dass das Osterfeuer nicht zur Gefahr für wild lebende Tiere wird.

Werden diese Hinweise missachtet und kommt ein wild lebendes Tier durch das Osterfeuer zu Schaden, so ist ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro möglich.

Landschaftsschutz

Der Landkreis Friesland beherbergt viele geschützte Bereiche, also Schutzgebiete, das heißt Natur- und Landschaftsschutzgebiete und geschützte Objekte und Flächen wie zum Beispiel Naturdenkmäler, Wallhecken und besondere, seltene Biotope.

Wird ein Osterfeuer innerhalb oder zu nah an diesen besonderen Bereichen abgebrannt, kann dies zu Beeinträchtigungen und Schädigungen dieser Flächen führen. Daher dürfen Osterfeuer nicht in Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten oder gesetzlich geschützten Biotopen abgebrannt werden. Auch dürfen Osterfeuer nicht zu nah an Wallhecken, Bäumen oder Sträuchern abgebrannt werden, da die Gefahr besteht, diese Landschaftselemente durch Hitze, Feuer oder Funkenflug zu schädigen.

Alternativen

Insbesondere aufgrund der vielschichtigen Diskussionen um Feinstaubbelastungen ist auch das Verbrennen von Gartenabfällen nicht mehr zeitgemäß. Zudem gefährden Feuer viele Tierarten. Strauchschnitt kann auch vielfältig zu anderen Zwecken sinnvoll verwertet werden. Eine Möglichkeit ist die Herstellung von Hackschnitzeln zur energetischen Nutzung oder zur Kompostierung und Verwendung im eigenen Garten. Außerdem könnten Benjeshecken oder Totholzhaufen in den Gärten angelegt werden. So wird gleichzeitig ein attraktiver, neuer Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten geschaffen.

Moorböden

Die Jahre 2018 und 2019 waren von Trockenheit geprägt. Den friesischen Moorböden hat die Trockenheit bereits stark zugesetzt. Findet ein Osterfeuer auf Moorboden statt, so ist die Gefahr eines Moorbrandes durch die Trockenphasen somit nochmals erhöht. Um Bodenbrände zu verhindern, sollte das Feuer möglichst auf einem sandigen Platz oder auf versiegeltem Boden abgebrannt werden. Bodenbrände sind unter Umständen nur schwer zu löschen. Sollte es beim Osterfeuer zu einem solchen Brand kommen, müssen die Verantwortlichen für die entstandenen Schäden und für die Kosten des notwendigen Feuerwehreinsatzes aufkommen.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Landkreis Friesland, Untere Naturschutzbehörde:
Jens Eden, Telefon: 04461 919-5050, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wiebke Hinrichs, Telefon: 04461 919-5060, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Daniel Sies, Telefon: 04461 919-5091, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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