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Kampfmittelsondierung auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld in Varel

Varel. Im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen für die geplante Küstenautobahn in Niedersachsen werden noch in diesem Jahr Kampfmittelsondierungen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld in Varel notwendig. Diese Sicherheitsmaßnahme wird vor allem in bewaldeten, schwer zugänglichen Bereichen der Liegenschaft durchgeführt, um hier eine sichere Umsetzung der anstehenden Arbeiten der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) zu garantieren. Die Kampfmittelsondierung findet auf Veranlassung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) statt, Eigentümerin des Geländes Friedrichsfeld.

Zum Hintergrund
Ein Großteil des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld soll naturschutzfachlich aufgewertet werden und damit als Kompensationsmaßnahme für den Bau der Küstenautobahn dienen. Konkret bedeutet dies, dass auf dem Gelände Friedrichsfeld offenes Grünland geschaffen wird, das zum Beispiel bedrohte Wiesenvogelarten als Bruthabitat nutzen können.


Kampfmittelbelastung auf dem Standortübungsplatz
Da auf dem Gesamtgelände Friedrichsfeld während des 2. Weltkriegs Kampfhandlungen stattgefunden haben, besteht hier – insbesondere nach intensiver Recherche im Jahr 2013 – ein genereller Verdacht auf Kampfmittelbelastung. Verschiedene konkrete Verdachtspunkte haben sich im Zuge von Untersuchungen in letzter Zeit allerdings nicht bestätigt, und auch sonst gab es in der Vergangenheit keinerlei Funde, die eine Sperrung der Liegenschaft Friedrichsfeld notwendig gemacht hätten. Für Personen, die sich auf dem Gelände bewegen, besteht aktuell keine Gefahr.

Anstehende Arbeiten erfordern erneute Sondierung
Die Arbeiten, die nun von der NLStBV geplant sind, greifen jedoch in den Boden ein, was eine gezielte und intensivere Untersuchung auf Kampfmittel notwendig macht. Um offenes Grünland zu schaffen, müssen Wald- und Einzelbaumbestände gerodet werden. Diese sind, aufgrund der erschwerten Zugänglichkeit, bisher noch nicht eingehend auf Kampfmittel hin untersucht worden. Um eine Gefahr während der Arbeiten im Wald auszuschließen, werden daher die einzurichtenden Arbeitsflächen und -wege sowie weitere Kampfmittelverdachtsfälle im Waldbereich untersucht. Zu diesem Zweck werden die Rückegassen (forstwirtschaftliche Schneisen zum Transport von gefälltem Holz), die in dem zu fällenden Wald- und Buschgebiet liegen, freigelegt und anschließend von Kampfmittelexperten sondiert. Im Anschluss daran können sich die Forstgeräte gefahrlos auf den entstandenen Schneisen bewegen und die Baumentnahme kann sicher durchgeführt werden.


Die Planung und Durchführung der Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen. Bei den anstehenden Arbeiten nimmt die NLStBV selbstverständlich Rücksicht auf die ökologischen Belange im Jahresverlauf – während der Brut- und Setzzeit werden also keine Rodungen vorgenommen.


Wie geht es weiter?
Sobald ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt der Küstenautobahn vorliegt (erwartet Januar 2018), soll mit den eigentlichen Arbeiten für die Ausgleichsfläche begonnen werden. Dazu werden mehrere Wald- und Gebüschbestände auf dem Gelände Friedrichsfeld gefällt, Hochbauten entfernt und Wegebefestigungen entsiegelt. Alle Arbeiten werden durch Kampfmittelberater überwacht und durch Fachfirmen durchgeführt.

Jade-Weser-Zeitung.de

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