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Kommentar - Kit Hawes & Aaron Catlow Konzert im Wilhelm13

catlowOldenburg. Als Redakteur habe ich schon viele Konzerte besucht. Beruflich sowie auch privat – nicht jedes war gut, einige besser, andere hingegen herausragend. Von der Kleinkunstbühne bis hin zu Michael Jackson war alles dabei. Doch was ich gestern erlebt habe, eröffnete mir eine ganz neue Dimension. Sicherlich ist es einfach, sich als Journalist akkreditieren zu lassen. Doch ich wollte meine Frau ganz regulär auf das Konzert von Kit Hawes & Aaron Catlow einladen. Das Folkduo hat einen guten Ruf. Dennoch musste der Veranstalter mangels Publikum das Konzert kurzfristig vom Theaterlaboratorium Oldenburg ins kleinere Wilhelm13 verlegen. Rund 100 Gäste waren dennoch da und keiner von denen wird diesen Abend so schnell vergessen.

Eine Geige, eine Gitarre, zwei Stimmen – mehr bedarf es nicht für gute Musik, wenn man damit umgehen kann. Kit Hawes (Gitarre) und Aaron Catlow (Geige) können, nein, lieben und leben es. Bereits nach dem ersten Song fielen die Kinnladen im Publikum herunter. Mit soviel Virtuosität hatte wohl keiner gerechnet. Schwungvoll, baladesk, mitreißend, beruhigend, feiernd – die Bandbreite an Musikalität wurde von den beiden Briten nicht ausgeschöpft, sie erweiterten jene sogar mit ihren eigenen Ideen und das mit Gänsehautgarantie bis zur letzten Sekunde. Bei soviel musikalischem Einfühlvermögen können auch schon mal die Augen etwas glasig werden – das habe ich wirklich sehr sehr sehr selten.

Keine Frage, Kit Hawes & Aaron Catlow sind die Spitze der derzeitigen Folklandschaft. Zwar noch recht unbekannt und sie müssen sich journalistisch immer wieder Vergleichen mit anderen Folkgrößen stellen, doch ist das eigentlich unangemessen. Die beiden Ausnahmemusiker, und das ist jetzt kein typisches journalistisches Füllwort sondern wirklich so gemeint, stecken auch bekannte Formationen in die Tasche. Das merkte auch das Publikum im Wilhelm13 und hätten die beiden am liebsten die ganze Nacht nicht gehen lassen wollen. Doch auch das schönste Konzert ist leider einmal zu Ende. Für Kit Hawes & Aaron Catlow geht es in Deutschland noch ein wenig weiter: 8. Juni (Alte Schule, Mullenbach), 9. Juni (Musikpavillon, Hamm), 10. Juni (Irish Folk Club, München), 12. Juni (Seasons, Brühl), 13. Juni (Grüner Baum, Ottersweier), 14. Juni (LRC, Overath), 16. Juni (Farmhouse Museum, Bielefeld) und 16. Juni (Garten der Galerie Siedenhans & Simon, Gütersloh). Dann geht es wieder zurück auf die Insel. Aber im April 2020 ist eine weitere Tour durch Deutschland, auch wieder in unserer Region, geplant. Wer es irgendwie einrichten kann, sollte sich einen Abend mit den beiden Musikern geben. Er wird außergewöhnlich, versprochen.

(Jesco von Moorhausen)

Jade-Weser-Zeitung.de

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