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Fachtag Partizipation in Kitas

Fachtag1Brake. Etwa 40 pädagogische Fachkräfte aus den Kindertagesstätten der Wesermarsch waren am Mittwoch der Einladung der Bildungsregion Wesermarsch zum Fachtag „Partizipation in Kindertagesstätten – Kinder als Expert_innen in eigener Sache wahrnehmen und unterstützen“ gefolgt. In den Räumen der KVHS in Brake wurden sie vom Team des Bildungsbüros des Landkreises Wesermarsch willkommen geheißen und durch den Fachvortrag des Kindheitswissenschaftlers und gelernten Erziehers Daniel Frömbgen in das Thema eingeführt. In seinem Impulsvortrag ging Herr Frömbgen sowohl auf die relevanten rechtlichen Grundlagen zur Partizipation von Kindern als auch auf die daraus entstehenden Vorteile im Hinblick auf deren Selbstwirksamkeitserfahrungen ein. Seine Botschaft war dabei eindeutig: Wenn Kinder frühzeitig erleben, dass sie sich an Prozessen beteiligen und Einfluss auf die Gestaltung ihres Umfeldes nehmen können, fördert dies das Selbstbewusstsein und eine proaktive Grundhaltung, die sich positiv auf den gesamten weiteren Bildungsverlauf und das gesellschaftliche Engagement auswirken kann.


Durch die höchst anschauliche und zum Teil interaktiv angelegte Vortragsweise gelang es dem Referenten, Partizipation als pädagogisches Prinzip zu konkretisieren und die Vorteile partizipativen Arbeitens, die weit über die bloße Erfüllung rechtlicher Forderungen hinausgehen, anhand von Praxisbeispielen zu verdeutlichen.


Darüber hinaus machte sein Beitrag vor allem klar, dass die konsequente Beteiligung von Kindern langfristig keine zusätzliche Belastung für die durch die stetig steigenden Anforderungen ohnehin stark geforderten Fachkräfte in den Kindertagesstätten bedeutet, sondern vielmehr auch Entlastung schaffen könne. Wenn man Kinder nämlich als Subjekte mit eigenen Rechten auffasst und sie dabei unterstützt, die eigenen Interessen regelgeleitet auszuhandeln ohne dabei die Bedürfnisse anderer aus den Augen zu verlieren, profitieren auch pädagogische Fachkräfte, Eltern und – langfristig – alle Mitglieder unserer Gesellschaft davon – so der Grundgedanke der auf die Initiative der Fachgruppe für Elementar- und Primarbildung der Bildungsregion zurückgehenden Veranstaltung.

In den vier angebotenen Workshops, die jeweils von Daniel Frömbgen und den Partizipationsexpertinnen Rita Naujoks aus Lemwerder sowie Jutta Philipson-Eichert und Jessica Schuch aus Bremen moderiert wurden, konnten die Teilnehmerinnen schließlich individuell gewählte Schwerpunktthemen vertiefen. Neben der Auseinandersetzung mit den gesundheitsfördernden Aspekten der partizipativen Arbeit wurde in einem anderen Workshop anhand methodischer Übungen zur Gestaltung eines respektvollen Dialogs zwischen Kindern und Fachkräften gezeigt, dass Partizipation auch maßgeblich zum Gelingen von Integrationsprozessen beiträgt. Außerdem gab es praxisrelevante Tipps für den Umgang mit Eltern und konkrete Anregungen zur niedrigschwelligen Implementierung von altersgerechten Partizipationsstrukturen.
Die engagierte Mitarbeit in den Workshops und die angeregten Gespräche in den Pausen machten ebenso wie das durchweg positive Feedback am Ende der Veranstaltung deutlich, dass das Interesse an dem Thema groß ist. Noch im September soll deshalb bei den Kindertagesstätten im Landkreis in Erfahrung gebracht werden, ob Interesse besteht, weiter und intensiviert an dem Thema zu arbeiten. Sinnvoll denkbar wäre hier etwa eine durch die Bildungsregion des Landkreises geförderte Begleitung durch eine/n erfahrene/n Partizipationsexperten/in, der oder die die Teams in den Einrichtungen bei der Vorbereitung und Umsetzung eines Partizipationsprojekts und kindgerechter demokratischer Verfahren unterstützt.

Jade-Weser-Zeitung.de

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