Altmunition muss aufwendig entsorgt werden. Dafür wird viel finanzieller Aufwand benötigt. (Foto: pr)

Region. Nord- und Ostsee sind nach wie vor extrem belastet mit Altmunition aus den Weltkriegen. In der Nordsee gilt das insbesondere für den Jadebusen. Die Grünen im Landkreis Wittmund fordern mehr Anstrengungen zur Beseitigung der Munitions-Altlasten. In einer Presseerklärung berichten die beiden Kreisvorstandssprecher des Grünen Kreisverbandes, Wiebke Goldenstein und Eberhard Hoffmann: „In deutschen Hoheitsgewässern liegen laut Umweltbundesamt etwa 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5000 Tonnen chemischer Kampfstoffe. Ein großer Teil quasi vor unserer Haustür, im Jadebusen. Diese Altlasten stellen eine erhebliche Gefahr für unsere Fischer und für die Schifffahrt dar. Sie sind aber ebenfalls eine Gefährdung für den Hafenausbau, die Verlegung von Stromtrassen und die Errichtung von Offshore-Windkraftanlagen.“


Es sei deshalb unabdingbar, jetzt umgehend mehr zu investieren in die Bergung bzw. die Unschädlichmachung dieser Munition. Es gebe eine unmittelbare Gefahr durch Explosion der Sprengstoffe durch mechanische Einwirkung. Ebenso wichtig sei die Bergung wegen der Umweltgefahren, da Sprengstoffe und Quecksilber aufgrund durchgerosteter Hüllen ins Wasser gelangen. Insbesondere TNT und dessen Abbauprodukte haben eine krebserregende und erbgutschädigende Wirkung. Zudem wird hochentzündliches Phosphor aus alten Granaten an Strände gespült.


Wiebke Goldenstein und Eberhard Hoffmann ergänzen: „Wir wissen, dass die Bergung extrem kostenintensiv und zeitaufwändig ist. Wir finden deshalb richtig, dass nach jahrzehntelanger Untätigkeit der Vorgängerregierungen das Bundeswirtschaftsministerium ein Forschungsprogramm aufgelegt hat zur
Entwicklung von Messsystemen für das Aufspüren von Munition. Auch das Sofortprogramm der jetzigen
Bundesregierung für eine unbemannte Bergungs- und Vernichtungsplattform ist ein richtiger Schritt. Die
dafür verfügbaren 100 Mio. Euro reichen angesichts der nicht zu überschätzenden und unmittelbaren
Gefahren nicht aus. Wir dürfen nicht warten, bis Katastrophen passieren.“