Nicht alle versiegelte Flächen werden noch benötigt. Eine Entsiegelung ist laut CDU Jever zu überlegen. (Imagefoto: pr)

Jever. „Mit Datum vom 20. September 2022 hatte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Jever beantragt,
dass ein Kataster versiegelter Flächen erstellt und die Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen vorgenommen wird“, erinnert CDU-Ratsherr Stephan Eden und ergänzt, dass dieser Antrag zwar wurde zur Befassung angenommen, bisher aber noch nicht systematisch bearbeitet wurde.


Obwohl der Gedanke der Flächenentsiegelung bereits an verschiedenen Stellen bei kleineren Baumaßnahmen berücksichtigt wurde, hat die jeversche CDU deshalb jetzt eine Teilmaßnahme für das Kataster zur Entsiegelung beantragt.


Im Rahmen der Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen sollen daher jetzt die früheren Wendeanlagen im Übergang eines Bestandswohngebietes in ein jüngeres Baugebiet überplant und baulich umgestaltet werden. „Sinnvoll ist, dass dies bei aktuellen Neubaugebieten im Rahmen des Endausbaus geschieht, bei älteren Baugebieten nach Maßgabe der Haushaltsmittel oder anlassbezogen bei Tiefbauarbeiten anderer Art“, erläutert CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Matthias Bollmeyer, der diese Maßnahme im Bau- und Planungsausschuss in der Vergangenheit bereits mehrfach angesprochen hat. Er sieht jetzt aktuellen Handlungsbedarf, weil im Baubericht in der jüngsten Ratssitzung vom 30. Mai 2024 mitgeteilt wurde, dass für die kommenden Monate der Endausbau weiterer Straßenzüge im Baugebiet „Schöfelwiesen“ geplant ist. „Im Vorfeld dieser Umsetzung sollte deshalb dem Gedanken der Entsiegelung nicht mehr benötigter Wendeanlagen Rechnung getragen werden – und das betrifft hier das Straßenende des bisherigen Brookmerlandrings sowie das Ende des bisherigen Friesenwegs“, sagt Bollmeyer. Nach seinen Beobachtungen entwickeln sich nicht mehr zum Wenden benötigte Wendeanlagen im Laufe der Zeit zu „wilden“ Parkflächen und zu Abstellmöglichkeiten für Dinge aller Art.


Stattdessen möchte die CDU im Rahmen der Entsiegelung das Parken ordnen, öffentliches Grün schaffen und nicht benötigte Flächen eventuell auch den Anwohnern zum Erwerb zur Erweiterung des Gartens anbieten. Eine ehemalige Wendeanlage könnte somit auch nach dem Vorbild eines Kreisverkehrs mit einer kleinen, zentralen runden Grünfläche ausgestattet werden (wie sie im Kleinen Moorweg auch auf einer bestehenden und weiterhin benötigten Wendeanlage realisiert wurde).


Auch in älteren Wohngebieten sieht die CDU weiteres Verbesserungspotential. So könnte beispielsweise die frühere Wendeanlage am Ende der Störtebekerstraße am Übergang zum Siabbenmoor betrachtet werden, und auch am Ende der Stettiner Straße beispielsweise dürfte Platz für eine Teilentsiegelung sein, obwohl die derzeit sehr großzügige Wendeanlage weiterhin benötigt wird.


„Wichtig ist uns, dass die vom Stadtrat beschlossene Umsetzung der Entsiegelung jetzt am Beispiel der Wendeanlagen systematisch angefangen wird, denn seitens der konkreten Ausbau- oder Umbauplanungen wurde da seit 2022 bisher ja noch nichts umgesetzt“, betonen Stephan Eden und Dr. Matthias Bollmeyer für die jeversche CDU.